Was ist ein Trauma

Eine Traumtisierung im psychologischen Sinne liegt vor, wenn sich für eine Person selbst ein lebensbedrohliches Ereignis ereignet oder dieses als Zeuge miterlebt wird.

Dies kann in der Folge spezifische Symptome auslösen, wie z.B. ungewollte Wiedererinnerung, Unruhe, Gereiztheit, Vermeidung von Auslösesituationen, Schlafstörungen oder Konzentrationsschwierigkeiten.

Ein Romanautor schildert einen sogennanten  „Flashback“, ein Symptom einer Posttraumatischen Belastungsstörung : „Das Flashback überfiel mich am Bahnhof, ausgelöst vom urplötzlichen Dröhnen eines durchfahrenden Güterzuges. Das Geräusch durchbohrte mich. Ich ging zu Boden. Einen Augenblick geschah es wirklich. Ich wurde nicht nach Bosnien zurückversetzt, der Krieg war zu mir gekommen(…). Ich spürte einen Schwall heißer Luft im Gesicht, Trümmer flogen, knallten auf parkende Autos, eine Palme kippte auf einen grünen Chrysler ( …. ) und dann war da wieder blauer Himmel, die Autos waberten in der Hitze, (…) der Zug verschwand Richtung Simi Valley und nichts war passiert, absolut gar nicht.

Wie kann es sein, dass eine Granate, die vor langer Zeit in Tuzla explodierte ( …) mich hier in der Cafeteria des Moorpark-College erreicht?“

(Ismet Prcic: Scherben, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2013)

Viele  Betroffene ziehen sich zurück und können sich nur schwer  in ein soziales Leben integrieren.

Nicht jeder Mensch der ein Trauma erlebt muss zwangsläufig an der oben genannten Symptomatik erkranken.

Je häufiger eine solche traumatische Situation erlebt wird und je schwerer diese ist, desto wahrscheinlicher wird eine solche auch posttraumatische Belastungsstörung genannte Erkrankung.

Besonders schwer wiegen hier von Menschen verursachte lebensbedrohliche Ereignisse wie Krieg, Verfolgung, Folter und sexuelle Gewalt.

Durch die Flucht- und Migrationssituation fallen auch häufig relevante, die Widerstandsfähigkeit des Menschen unterstützende Faktoren, wie ein funktionierendes soziales Netz, die vertraute Umgebung und eine geschützte Privatsphäre weg.

Letztlich weisen laut einer Erhebung der Bundespsychotherapeutenkammer 40-50 % aller erwachsenen Asylsuchenden eine Posttraumatische Belastungsstörung auf.

Die Arbeit des TraumaNetzwerkes nimmt sich der Anliegen dieser besonders schutzbedürftigen traumatisierten geflüchteten Menschen an.