Wer wir sind

Im Frühjahr 2015 hat eine Gruppe von Fachleuten ehrenamtlich begonnen, ein Projekt aufzubauen, durch das im Landkreis Lörrach Behandlungsmöglichkeiten für psychisch belastete Flüchtlinge geschaffen werden sollen. Erlebnisse von Krieg, Verfolgung, Flucht und Gewalt sind vielfach schwer zu bewältigen. Das TraumaNetzwerk unterstützt seit Oktober 2016 geflüchtete Menschen dabei, psychische Belastungen und Traumata zu verarbeiten.

Eine intensive Vorarbeit erbrachte zunächst ein enges Kooperationsnetz mit dem Landratsamt, den Wohlfahrtsverbänden den Krankenkassen und den niedergelassenen Psychologinnen und Psychologen sowie Psychiaterinnen und Psychiater sowie klinischen Einrichtungen, erforderte aber auch eine kreative Spendenaquise, die Beantragung von Fördergeldern sowie den zeitintensiven Aufbau eines Sprachmittlerpools.

Im Oktober 2016 konnte mit der Einstellung einer hauptamtlichen sozialpädagogischen Koordinatorin das TraumaNetzwerk für geflüchtete Menschen, als ein Projekt für Flüchtlinge im Landkreis Lörrach ins Leben gerufen werden, in dem sowohl hauptamtliche wie auch ehrenamtliche Arbeit gebündelt wird.

Experten und Expertinnen im Bereich Psychologie / Psychotherapie, Medizin, Finanzen, Sozialpädagogik und Öffentlichkeitsarbeit aus dem Arbeitskreis Miteinander Lörrach e.V., den Freundeskreisen Asyl in Lörrach und Rheinfelden aber auch hauptamtliche Fachleute der Caritas Lörrach e.V. arbeiten nun gemeinsam, um die meist schwierige Behandlungssituation belasteter Flüchtlinge nachhaltig zu verbessern.

Diese Arbeit umfasst den eigentlichen intensiven Kontakt zu den Betroffenen ebenso wie den Austausch mit dem dazugehörigen Helferkreis und den Herausforderungen, die ein professioneller kultursensibler Umgang mit traumatisierten geflüchteten Menschen benötigt.

Wir bilden aber auch Sprach- und Kulturmittler für die anspruchsvolle Übersetzungstätigkeit aus und bieten ihnen auch regelmäßig Supervisionen an.

Fachspezifische  Weiterbildungen, Beratung von Schulen, Sozialarbeitern und Ehrenamtlichen und eine entsprechende psychoedukative Öffentlichkeitsarbeit runden das Angebot ab.

Getragen wird dieses Projekt von Fördergeldern der Aktion Mensch und zu einem erheblichen Teil von Spenden.

Seit Oktober 2016 wurden bei uns bereits 60 Menschen angemeldet (Stand April 2017).

Sie kommen aus Afghanistan, Syrien, Iran, Irak, Eritrea, der Türkei, Nigeria, Mazedonien, Bosnien, Gambia oder Albanien.

Von diesen 60 Menschen haben bereits 34 ein mehrstündiges aufwändiges Vorgespräch mit einer Fachperson, der Koordinatorin und einem Sprachmittler erhalten, 12 davon wurden bereits in eine fachspezifische ambulante Behandlung übermittelt.

Die verbleibenden Personen warten aktuell entweder auf einen Therapieplatz oder wurden in eine ambulante oder stationäre psychiatrische Behandlung weitervermittelt.

Andere wiederum werden aufgrund der spezifischen Problematik in einer Beratungsstelle betreut. 

Für einige wenige hat auch eine einmalige Beratung und eine entsprechende, von den Betroffenen ausdrücklich erwünschte, Information an die Betreuer eine deutliche Entlastung erbracht.

Als lernendes System gehen wir von einer stetigen Weiterentwicklung des Projektes TraumaNetzwerk aus und arbeiten an dem weiteren Ausbau professioneller Behandlungsmöglichkeiten für die Betroffenen.